Zwischen Instinkt und Vernunft
ist jedes Handeln - privat wie geschäftlich -
Ethik unterworfen

K5 MANAGEMENT - INFORMATION 3 l 2011

Es ist erstaunlich, was Menschen alles glauben auf Grund von Hörensagen, selbst wenn sie sonst entschiedene Skeptiker sind.


Es sagt etwas über unser Menschenbild aus, wenn wir bloßen Annahmen über unsere Mitmenschen allzu bereitwillig Gehör schenken.


Es ist sehr hilfreich, dass es noch Menschen gibt, die zwischen Annahmen und eigenen Beobachtungen einen Unterschied machen.


Im Folgenden bringen wir dazu einen Hinweis.

Das Wirtschaftssystem ist ungesund für den Menschen 

Unserer modernen Medienwelt ist Spiritualität zu langweilig. Daraus kann man keine Schlagzeilen machen. Die Medien sind auf Katastrophenmeldungen erpicht.
Die sind genau das Gegenteil von dem, was wir brauchen. Denn die Folge ist der Eindruck, dass alles bergab geht.

Aber im Hintergrund jeder Fehlentwicklung ist das Korrektiv immer schon angelegt.
Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch. Wir müssen den Blick auf das Rettende werfen, auf Beispiele des Gelingens, wie Menschen plötzlich über sich hinauswachsen können.
Wenn man die ganze Flutwelle des Negativen bedenkt, dann muss andererseits im Menschen eine ungeheure Lebenskraft stecken, die dem Ganzen trotzt.

Diese Kraft ist da, aber sie ist eine Kraft, die der Einzelne erst in der Begegnung und im Austausch mit anderen gewinnt. Seine Stärke gewinnt jeder Mensch von anderen Menschen, die ihn annehmen, ihm Vertrauen schenken und ihm Vorbild sind.

Spiritualität hat mit Selbsterkenntnis zu tun.
Keiner kann einen anderen lieben, wenn er nicht mit sich selbst im Reinen ist. Genauso wenig kann sich jemand geistig über sich hinaus entwickeln, wenn er noch nicht sich selbst begegnet ist. Die Neurobiologie macht diese Denkweise zwingend notwendig, weil sich bisherige Konzepte als falsch herausgestellt haben.

Die Neurobiologie hatte die Vorstellung, es seien genetische Programme, es seien Hormone, es sei das Hirn, was uns antreibt.
Jetzt ist klar, dass uns die genetischen Programme nur die Potenziale mit auf den Weg geben. Es hängt vom übergeordneten Kontext ab, was im Hirn tatsächlich an Vernetzung entsteht.
Dass das Hirn des Einzelnen sich genau so zusammenbaut, wie es geschieht, ist ein Ergebnis sozialer Erfahrungen, das entsteht aus Sozialität.

Jetzt wissen wir: Das Hirn kann sich verändern, aber dazu muss man sich begeistern, und begeistern kann man sich nicht allein.
Der Individualismus und die Egozentrik, die wir im Augenblick sehen, sind neurobiologisch gesehen eine Fehlentwicklung, eine Fehleinschätzung von Menschen, die sich eine Welt geschaffen haben, in der der Individualismus scheinbar vorteilhaft war. Wir können mit dieser Egozentrik der Probleme, die wir damit geschaffen haben, nicht mehr Herr werden.
Der Einzelne kann nur kurzfristig auf Kosten anderer leben. Aber es geht nicht um kurzfristige Erfolge, sondern um langfristiges Gelingen.
Das ist dem Einzelnen in der gegenwärtigen Gesellschaft nur deshalb fremd, weil er als Kind unter Bedingungen aufgewachsen ist, in denen er vereinzelt wurde.

Wenn wir wieder die Erfahrung machen, wie schön es ist, sich gemeinsam mit anderen um etwas kümmern zu dürfen, gemeinsam etwas gestalten und entdecken zu dürfen, dann würden wir eine andere Vorstellung davon entwickeln, worauf es im Leben ankommt. Wir könnten keine Egozentriker mehr sein, weil wir damit unser Bedürfnis nach Verbundenheit verletzen würden. Man kann nicht ewig so tun, als säßen wir nicht im gemeinsamen Boot. Wir sind viel tiefer miteinander verbunden, als wir das wahrhaben wollen.